Dr. Jeannot Muller

Ob eine Schutzmaske gegen die Verbreitung von SARS-CoV2 wirksam ist, ist nach wie vor unter Virologen umstritten, aber es schadet bei hygienischer Pflege sicher nichts. Der Konsens scheint auf folgende Punkte hinauszulaufen:

  • Der Schutz von Mund und Nase kann helfen, dass sich Dritte weniger wahrscheinlich infizieren.
  • Dieser Schutz hilft vornehmlich in geschlossenen Räumen (Einkaufsläden, öffentlicher Personennahverkehr, usw.).
  • Der Schutz hilft wenig (oder gar nicht) sich selber zu infizieren.
  • Der Schutz muss regelmässig gewechselt werden, oder zumindest gereinigt werden.
  • Community-Masken, Schals, Strümpfe und andere Behelfe sind von (noch) fraglicherem Nutzen. Studien dazu gibt es (noch) nicht, aber "etwas" ist wohl besser als "nichts", das ist meistens so im Leben.
  • Der Schutz sollte nicht dazu führen, dass man das Gefühl hat, dass man jetzt sicher ist und dass niemandem mehr etwas passieren kann.
  • Der Schutz sollte "angezogen" werden, und danach nicht mehr angefasst werden. Nach dem Abziehen müssen die Hände gründlich gewaschen werden.
  • Ein waschbarer Schutz sollte mit kochendem Wasser und Seife "desinfiziert" werden, und dann nicht mit hygienisch anspruchsvollen Artikeln (z.B. Essen) abseits zum Trocknen aufbewahrt werden.
  • Von einer Desinfektion im Backofen oder der Mikrowelle ist aus Gründen des Brandschutzes und der Lebensmittelhygiene abzuraten, auch wenn es Frau Merkel anders erklärte.

Dies alles führt nun offensichtlich, in den nächsten Tagen, zu einer bundesweiten Pflicht des Mund-Nasen-Schutzes. So weit, so gut. Nur wo bekommt man Masken her, die einen minimalen Schutz bieten? Wenn man viel Glück hat in einer Apotheke, aber meistens zu grotesken Preisen.

In Deutschland (und anderen Ländern) kennen wir die Buchpreisbindung. Warum schafft es die Politik nicht(!) hierzulande eine Preisbindung von Schutzmasken zu verordnen?

Frankreich hat z. B.  eine Preisbindung für Desinfektionsmittel durchgesetzt, und Macron un die dortige Regierung überlegen auch eine Preisbindung für Masken. Preise von über 40 EUR für eine Atemschutzmaske, sind auch bei der bekannten Knappheit eine bodenlose Frechheit. Zudem sollten  solche Maskem dem medizinschen Fachpersonal vorbehalten sein und(!) den Risikopatienten.

Es gibt genug Patienten, die sich auch ohne COVID-19 zwingend mit Atemschutzmasken schützen müssen. Diese Patienten haben nun nicht nur das Problem, dass Masken schwer zu beschaffen sind, zusätzlich sind Sie hanebüchenen Preisen ausgesetzt.

Eine Verordnung für Masken zu erstellen, bei einer absoluten Knappheit auf dem Markt, ist eine Sache, aber dann sollte die Politik die Preise, zumindest während der Krise, festlegen.

In diesem Video wird erklärt, wieso aktuelle Masken nicht unbedingt mehr das CE-Zeichen tragen müssen:

Dass sich Apotheken  hier einfach bereichern dürfen ist unethisch und nicht vermittelbar. Dass auch die Einkaufspreise extrem gestiegen sind ist klar, aber auch es gibt ja auch noch "ehrliche" Apotheker, die ihre Preise begründen und die Gewinnspanne entsprechend anpassen. Aber es gibt genug schrille Vögel in dieser Zunft, die profane Standardmasken zu Mondpreisen verscherbeln.